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Newsletter · Ausgabe #23 · Kostenlos
NEU·ERFUNDEN
KI für Frauen, die sich neu erfinden · 17. August 2026
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Stell dir eine Verkäuferin vor, bei der du seit Jahren einkaufst. Sie weiß, dass du keine Wolle verträgst, dass deine beste Freundin bald einen runden Geburtstag hat und dass du lieber zweimal nachdenkst, bevor du etwas kaufst. Genau deshalb ist ihre Beratung so gut.
ChatGPT kann so eine Verkäuferin sein. Bisher war jedes Gespräch wie ein Besuch in einem fremden Laden: Du fängst jedes Mal bei null an, erklärst wieder, wer du bist und was du brauchst. Mit zwei Funktionen ändert sich das: den Erinnerungen und den eigenen Anweisungen.
In Ausgabe #21 hast du gelernt, welche Daten du für dich behältst. Heute lernst du die andere Seite: welche Informationen du der KI bewusst gibst, damit sie dir besser hilft. Beides zusammen heißt: Du entscheidest.
— Daniela Twardy
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01 KI-Tool der Woche
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Das Gedächtnis von ChatGPT
Erinnerungen & eigene Anweisungen · einmal einrichten, dauerhaft profitieren
Die Erinnerungen (englisch „Memory“): ChatGPT merkt sich Dinge aus euren Gesprächen, die für später nützlich sind. Erzählst du heute, dass du Vegetarierin bist, schlägt es dir nächste Woche keine Rezepte mit Fleisch mehr vor. Du kannst auch ausdrücklich sagen: „Merk dir bitte, dass ich für meine Mutter mitkoche, die schlecht kaut.“
Die eigenen Anweisungen (englisch „Custom Instructions“): Hier legst du einmal fest, wie ChatGPT grundsätzlich mit dir umgehen soll. Zum Beispiel: „Erklär mir Technisches ohne Fachbegriffe. Antworte kurz. Frag nach, wenn dir Angaben fehlen.“ Das wirkt dann in jedem Gespräch, ohne dass du es wiederholen musst.
Der Unterschied, als Bild: Die Anweisungen sind das Schild an deiner Tür („Bitte klingeln, nicht klopfen“). Die Erinnerungen sind das Notizbuch der Verkäuferin, das mit jedem Besuch dicker wird.
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💡 Volle Kontrolle: Unter Einstellungen → Personalisierung → „Erinnerungen verwalten“ siehst du jede einzelne Notiz, die ChatGPT sich gemacht hat, und kannst sie einzeln löschen. Es lohnt sich, da alle paar Wochen hineinzuschauen, wie in ein Haushaltsbuch. Und die Postkarten-Regel aus #21 gilt auch hier: Ins Gedächtnis gehört nur, was auf eine Postkarte dürfte.
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02 Sofort-Tipp
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Deine Anweisungen einrichten · in 10 Minuten
Einmal gemacht, zahlt sich dieser Handgriff in jedem künftigen Gespräch aus:
Schritt 1 · Einstellungen öffnen:
Tippe auf dein Profilbild bzw. deinen Namen und öffne die Einstellungen, dann den Punkt „Personalisierung“.
Schritt 2 · Anweisungen ausfüllen:
Wähle die individuellen Anweisungen. Dort kannst du eintragen, was ChatGPT über dich wissen soll und wie es antworten soll. Ein Anfang, den du wörtlich übernehmen kannst: „Ich bin KI-Einsteigerin. Erklär mir alles ohne Fachbegriffe, Schritt für Schritt. Halte Antworten kurz. Wenn dir Angaben fehlen, frag mich, bevor du antwortest.“
Schritt 3 · Erinnerungen prüfen:
Schau im selben Menü nach, ob die Erinnerungen eingeschaltet sind, und wirf einen Blick in „Erinnerungen verwalten“. Lösche, was dort nicht hingehört.
Schritt 4 · Testen:
Starte ein neues Gespräch und stell irgendeine Frage. Du wirst den Unterschied im Ton sofort merken.
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⚠️ Wichtig: Die Menüs heißen je nach App-Version leicht unterschiedlich und ändern sich gelegentlich. Wenn du einen Punkt nicht findest, frag ChatGPT einfach selbst: „Wo finde ich in deinen Einstellungen die Erinnerungen?“ Das ist keine Notlösung, das ist gelebte Ausgabe #20.
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03 KI-News der Woche
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KI-Assistenten bekommen immer mehr Gedächtnis
Was ChatGPT mit den Erinnerungen vormacht, bauen inzwischen alle großen Anbieter aus. Die Assistenten sollen sich nicht mehr nur einzelne Notizen merken, sondern auf Wunsch den gesamten bisherigen Gesprächsverlauf einbeziehen können. Die Richtung ist klar: weg vom Frage-Antwort-Automaten, hin zum persönlichen Assistenten, der dich kennt.
Das hat zwei Seiten, und beide gehören auf den Tisch. Die angenehme: Antworten werden passender, und das ständige Wiederholen entfällt. Die andere: Je mehr sich ein Dienst merkt, desto wichtiger wird, dass du weißt, wo diese Notizen liegen und wie du sie löschst. Genau das kannst du seit heute.
Als Faustregel für alles, was noch kommt: Ein gutes Gedächtnis ist bei einer KI genauso wie bei einer Freundin nur dann ein Geschenk, wenn du ihr vertraust und jederzeit sagen kannst: Das vergiss bitte wieder.
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„Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen.“ — Marie Curie
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Bis nächsten Montag · Daniela
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