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NEU·ERFUNDEN

KI für Frauen, die sich neu erfinden · 3. August 2026

Letzte Woche ging es darum, der KI mehr zu erzählen, damit die Antworten besser werden. Vielleicht hast du dabei gedacht: Moment, will ich das überhaupt? Wo landet das alles, was ich da eintippe?

Die Frage ist berechtigt, und sie verdient eine ehrliche Antwort ohne Panik und ohne Beschwichtigung. Denn beides ist wahr: Du kannst der KI vieles bedenkenlos erzählen. Und es gibt Dinge, die in kein Chatfenster gehören, egal wie praktisch es wäre.

Heute ziehen wir diese Grenze gemeinsam. Danach weißt du, was unbedenklich ist, was du weglassen solltest, und wo der Schalter sitzt, mit dem deine Gespräche nicht mehr zum Training der KI verwendet werden.

— Daniela Twardy

01 Thema der Woche

Die Postkarten-Regel

Eine Faustregel für alle KI-Dienste

Merk dir eine einzige Regel: Schreib in ein Chatfenster nur, was du auch auf eine Postkarte schreiben würdest. Eine Postkarte kommt an, aber unterwegs können sie andere lesen. Genauso solltest du bei KI-Diensten denken. Deine Eingaben werden auf Servern des Anbieters verarbeitet und können, je nach Einstellung, zum Verbessern der KI verwendet werden.

Unbedenklich sind damit die allermeisten Alltagsfragen: Rezepte, Reiseideen, Formulierungshilfe, Erklärungen, der Geschenktipp für die Schwester. Auch persönliche Themen sind in Ordnung, solange du sie allgemein hältst: „Wie kündige ich höflich einen Vertrag?“ braucht keinen Namen und keine Kundennummer.

Nicht hinein gehören fünf Dinge: Passwörter und PINs. Konto- und Kartennummern. Ausweis- und Versicherungsnummern. Gesundheitsdaten mit vollem Namen, deine wie die von Angehörigen. Und private Informationen über andere Menschen, die dir anvertraut wurden. Die KI braucht nichts davon, um dir zu helfen. Ein Brief lässt sich auch mit „[Name]“ als Platzhalter aufsetzen, den echten Namen fügst du danach in Ruhe selbst ein.

💡 Zur Einordnung: Das ist kein Grund zur Angst, sondern normale Hygiene, wie das Abschließen der Haustür. Du hörst ja auch nicht auf zu wohnen, nur weil du abschließt. Mit der Postkarten-Regel kannst du KI entspannt und täglich nutzen.

02 Sofort-Tipp

Der Trainings-Schalter in ChatGPT · in 2 Minuten umgelegt

Standardmäßig darf ChatGPT deine Gespräche verwenden, um seine Modelle zu verbessern. Das kannst du abstellen, deine Chats funktionieren danach ganz normal weiter:

Schritt 1 · Einstellungen öffnen:
Tippe in der ChatGPT-App auf dein Profilbild bzw. deinen Namen und wähle „Einstellungen“.

Schritt 2 · Datenkontrollen finden:
Wähle den Punkt „Datenkontrollen“ (auf Englisch „Data Controls“).

Schritt 3 · Schalter umlegen:
Schalte „Das Modell für alle verbessern“ aus. Die Einstellung gilt für dein ganzes Konto, auch am Computer.

Bonus · Der vorübergehende Chat:
Für besonders private Fragen gibt es den „temporären Chat“ (Symbol oben rechts im neuen Chat). Der taucht nicht im Verlauf auf und wird nicht fürs Training verwendet. Wie ein Gespräch, das keine Notizen hinterlässt.
⚠️ Ehrlich gesagt: Der Schalter wirkt nur nach vorn. Was du früher eingegeben hast, lässt sich nicht zurückholen. Genau deshalb ist die Postkarten-Regel aus Block 01 die wichtigere der beiden Maßnahmen: Was nie eingetippt wurde, muss nie geschützt werden.

03 KI-News der Woche

Die meisten nutzen KI. Die wenigsten kennen ihre Schalter.

Umfragen zeichnen seit Monaten dasselbe Bild: Die Nutzung von KI wächst schnell, das Wissen über die Einstellungen wächst langsam. Laut TÜV-Verband hat mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland generative KI ausprobiert, gleichzeitig gehören Sorgen um Daten und Desinformation zu den am häufigsten genannten Bedenken.

Diese Lücke ist unnötig. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind keine Technik für Profis, sie sind zwei Handgriffe: eine Faustregel fürs Eintippen und ein Schalter in den Einstellungen. Beide kennst du jetzt.

Wenn du magst, gib das Wissen weiter. Die Postkarten-Regel lässt sich beim Kaffee in einer Minute erklären, und die meisten Menschen in deinem Umfeld haben sie noch nie gehört.

„Vertrauen ist gut, wissen wohin es geht ist besser.“

Bis nächsten Montag · Daniela

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