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NEU·ERFUNDEN

KI für Frauen, die sich neu erfinden · 8. Juni 2026

Letzte Woche haben wir mit Canva etwas Eigenes erschaffen. Heute drehen wir die Richtung um: Wir suchen.

Google kennt jede. Aber Google liefert dir 12 Millionen Treffer und keine Antwort. ChatGPT liefert dir eine Antwort, aber ohne Quelle. Perplexity (sprich Pör-ple-xi-ti) macht beides gleichzeitig: eine klare Antwort plus die Quellen, auf die sie sich stützt. Wie ein guter Bibliothekar, der dir nicht nur sagt „das Buch ist auf Seite 47“, sondern dir das Buch gleich aufschlägt.

Für alle, die wie ich gerne prüfen, bevor sie glauben.

— Daniela Twardy

01 KI-Tool der Woche

Perplexity · die KI mit Quellenangaben

Kostenlos ohne Anmeldung · auf Deutsch · im Browser oder als App

Perplexity ist eine Mischung aus Suchmaschine und Sprach-KI. Du tippst eine Frage in natürlicher Sprache ein, und Perplexity macht zwei Dinge gleichzeitig: es durchsucht aktuelle Webseiten und schreibt dir daraus eine kurze, lesbare Antwort. Hinter jedem Satz stehen kleine Zahlen wie Fußnoten in einem Buch. Klick drauf, du landest auf der Quelle.

Drei Eigenschaften machen Perplexity für mich besonders:

Quellen sind sichtbar: Jede Aussage hat eine Nummer. Du siehst sofort, woher die Information kommt. Das ist bei ChatGPT nicht so, da musst du der KI vertrauen oder zusätzlich nachprüfen.
Tagesaktuell: Perplexity sucht im Moment der Frage im Internet. Anders als ChatGPT, das auf einem festen Wissensstand sitzt.
Kein Konto nötig: Du kannst die Seite perplexity.ai aufrufen, fragen, Antwort lesen, fertig. Für mehr Funktionen (Verlauf, Datei-Upload) brauchst du ein Konto, aber das ist kostenlos.

💡 Mein Beispiel: Vor zwei Wochen wollte ich wissen, ab welchem Einkommen man in Portugal als Rentnerin Steuern zahlt. Bei Google: 27 Werbeanzeigen für Auswandererberater. Bei ChatGPT: eine Antwort, aber von wann? Bei Perplexity: drei klare Sätze plus die Links zu einer portugiesischen Steuerberater-Seite und einem Artikel der FAZ. Innerhalb einer Minute hatte ich die Zahl und konnte sie selbst gegenprüfen.

02 Sofort-Tipp

Deine erste Suche · mit Quellen-Check in 5 Minuten

Öffne perplexity.ai im Browser. Du musst dich nicht anmelden. Mittig steht ein großes Eingabefeld — da hinein kommt deine Frage.

Schritt 1 · Frage stellen wie zu einem Menschen:
Tippe rein: „Welche Hausmittel helfen wirklich gegen Schlafprobleme im Wechsel“ oder „Wann ist die beste Reisezeit für Madeira im Herbst“. Keine Google-Stichworte, sondern ganze Sätze.

Schritt 2 · Antwort lesen, dann Quellen prüfen:
Oben steht die kurze Antwort. Hinter jedem Satz: kleine Zahlen wie ¹, ², ³. Klick auf eine Zahl → die Quelle öffnet sich. Prüfe: Ist das eine seriöse Seite (Apotheken-Umschau, Stiftung Warentest, FAZ)? Oder eine Werbe-Webseite?

Schritt 3 · Nachfragen wie bei einem Gespräch:
Unter der Antwort gibt es ein neues Eingabefeld. Tippe: „Und wie ist das mit Baldrian, wirkt das?“. Perplexity merkt sich die letzte Frage und antwortet im Zusammenhang.
⚠️ Wichtig: Auch Perplexity kann sich irren, vor allem bei medizinischen oder rechtlichen Fragen. Die Quellen-Anzeige hilft dir, aber sie ersetzt keinen Arzt und keinen Anwalt. Für Gesundheitsfragen immer noch eine zweite Meinung einholen, am besten bei jemandem, der dich kennt.

03 KI-News der Woche

Apple öffnet Siri für fremde KI · Wahlfreiheit für iPhone-Nutzerinnen

Auf der Entwicklerkonferenz vergangene Woche hat Apple angekündigt, dass die nächste iPhone-Generation (iOS 27, ab Herbst) nicht mehr nur an ChatGPT gekoppelt ist. Künftig kannst du in den Einstellungen wählen, welche KI hinter Siri steckt: ChatGPT, Google Gemini oder Claude (von Anthropic). Anfangs ging es Apple um eine exklusive Partnerschaft mit OpenAI, doch die Erwartungen waren auf beiden Seiten zu hoch, und es soll sogar rechtliche Auseinandersetzungen gegeben haben.

Was das für dich heißt: Wenn du im Herbst ein iPhone-Update bekommst, wirst du gefragt werden. Du kannst es dann bei der Standard-Einstellung lassen oder bewusst die KI wählen, der du am meisten vertraust. Für Frauen, die wie ich gerne prüfen, bevor sie sich festlegen: Probier eine Woche lang jede aus, bevor du entscheidest. So lernst du den Unterschied im Tonfall und in der Genauigkeit.

„Die wichtigste Frage ist nicht, ob etwas wahr ist, sondern woher du es weißt.“ — Bertrand Russell

Bis nächsten Montag · Daniela

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